24.01.2012

Latrinen zur Prävention von parasitären Wurminfektionen

Der Zugang zu sanitären Einrichtungen (einfache Latrinen), reduziert das Risiko einer Infektion durch parasitäre Würmer, die über Bodenkontakt übertragen werden, um die Hälfte. Dies zeigt eine mit Mitteln der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Schweizerischen Nationalfonds finanzierte Studie, welche diese Woche in der Fachzeitschrift PLoS Medicine veröffentlicht wurde. Diese Erkenntnisse sind wichtig, da eine Infektion mit parasitären Würmern Durchfall und Unterernährung verursachen kann was wiederum die körperliche und geistige Entwicklung von Kindern negativ beeinträchtigt. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung eines verbesserten Zugangs zu sanitären Einrichtungen – eines der Millennium-Entwicklungsziele – um die Gesundheit zu verbessern.

In einer durch Kathrin Ziegelbauer und Benjamin Speich vom Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH, ein assoziiertes Institut der Universität Basel) durchgeführten Analyse von 36 relevanten Studien fanden die Autoren heraus, dass das Risiko sich mit Spul-, Peitschen- oder Hakenwürmern zu infizieren bei Menschen mit Zugang zu Latrinen nur halb so hoch ist im Vergleich zu Menschen, die über keine Latrinen verfügen. Diese Befunde bestätigen, dass sanitäre Einrichtungen wirksame Kontrollmassnahme gegen parasitäre Wurminfektionen darstellen. Nach Ansicht der Autoren sollte im Rahmen von Kontrollstrategien gegen Wurminfektionen mehr Wert auf einen verbesserten Zugang zu angemessenen sanitären Einrichtungen gelegt werden, um damit andere Massnahmen wie regelmässige Entwurmung oder Gesundheitserziehung wirksam zu unterstützen.

Die Autoren bemerken: Unsere Ergebnisse unterstreichen, was die „Rockefeller Sanitary Commission“ bereits vor über 70 Jahren erklärte. Eine Behandlung alleine ist fast nutzlos bei der Bekämpfung von Hakenwurminfektionen, da der Patient sich rasch wieder infizieren kann. Entwurmungen müssen durch Kampagnen für sanitäre Einrichtungen begleitet werden, um zu verhindern, dass Hakenwurmlarven ständig neu in den Boden gelangen. Ein besserer Zugang zu sanitären Einrichtungen würde zusätzlich bei der Kontrolle anderer vernachlässigter Krankheiten wie der Bilharziose oder dem Trachom helfen und die Häufigkeit von Durchfallerkrankungen und damit auch die Kindersterblichkeit in Entwicklungsländern vermindern. Die Autoren schlussfolgern, dass in einer Situation, in der die Eliminierung vernachlässigter tropischer Krankheiten verstärkt in den Vordergrund der weltweiten Aufmerksamkeit gerückt ist, integrierte Ansätze mit einer Kombination aus regelmäßiger Entwurmung, Informationskampagnen, einer Verbesserung der sanitären Grundversorgung und dem Zugang zu sauberem Trinkwasser nicht wichtig genug eingeschätzt werden kann.


Ziegelbauer K, Speich B, Mäusezahl D, Bos R, Keiser J, et al. (2012) Effect of Sanitation on Soil-Transmitted Helminth Infection: Systematic Review and Meta-Analysis. PLoS Med 9(1): e1001162. doi:10.1371/journal.pmed.1001162

 

Kontakt:
Prof. Dr. Jürg Utzinger
Department of Epidemiology and Public Health
Schweizerisches Tropen- und Public Health-Institut
Socinstrasse 57
CH-4002 Basel
Schweiz
Telefon: +41 61 284-8129
E-mail: juerg.utzingeranti spam bot@unibasanti spam bot.ch

 

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