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Trägerschaftsverein des Swiss TPH

1989 gründeten Mitarbeiter des Swiss TPH den Trägerschaftsverein (auch Support Group genannt). Der Verein hat zum Ziel Basishilfe für Menschen in bedürftigen Ländern zu bieten, im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe. Mitglied kann jeder werden. Zurzeit sind es hauptsächlich Mitarbeiter des Instituts, Familien und Freunde des Swiss TPH.

 

Der Trägerschaftsverein unterstützt Kleinprojekte gemäss Richtlinien vorzugsweise an Orten, wo eine Projektbetreuung durch Institutsmitarbeiter möglich ist. Die gespendeten Gelder kommen vollumfänglich den humanitären Projekten zugute.

 

Der Verein hat Statuten, einen Vorstand und eine jährliche Generalversammlung.

Neuigkeiten

Mangrovenprojekt auf den Philippinen

 

Der Wirbelsturm Haiyan richtete im November 2013 auf den Philippinen verheerende Schäden an und forderte rund 6‘300 Todesopfer. Besonders schwer getroffen wurden die Visayas, darunter unter anderem die Provinzen Samar, Leyte und Nord-Iloilo. Viele Küstenabschnitte waren dem Sturm völlig schutzlos ausgeliefert.

Die Stadtgemeinde von Lavezares in Nord-Samar ist von rund 1‘000 Hektar Mangroven umgeben. Eigentlich stehen die Pflanzen unter Schutz, dennoch wurden sie in den letzten Jahren durch illegale Abholzung und Umwandlung in Fischteiche und Wohngebiete stark dezimiert. Mangrovenwälder zählen zu den produktivsten Ökosystemen der Erde. Ihre Wurzeln dienen vielen Fischen, Muscheln und Krabben als Lebensraum und sichere Brutstätte. Gleichzeitig bilden sie einen natürlichen Wellenbrecher und schützen die Küsten vor Erosion. Im Hinblick auf eine nachhaltige Fischerei, die schweren Wirbelstürme und den Anstieg des Meeresspiegels ist ihr Schutz somit unerlässlich.

Die lokale Jugendbewegung Youth Earthsavers Movement (YES-Move) lancierte gemeinsam mit der kommunalen Verwaltung und der Schweizer Botschaft auf den Philippinen ein Projekt zur Wiederaufforstung der Mangrovengebiete in sieben Dorfgemeinden (Barangays) um Lavezares. Innerhalb von drei Monaten sollten rund 120.000 Mangroven auf jeweils vier Hektar pro Gemeinde gepflanzt werden, mit dem Ziel, die einheimischen Fischer durch Aufklärungskampagnen und Schulungen aktiv in das Projekt einzubinden, so dass sie die Mangrovenwälder langfristig selbst schützen und verwalten können.                                  

Die Support Group übernahm die Finanzierung des Projekts, und der pensionierte Schweizer Botschaftsrat Jürg Casserini erklärte sich bereit, die Projektfortschritte vor Ort zu überwachen. Er führte bereits in der Vergangenheit im Namen der Botschaft zwei Projekte mit YES-Move erfolgreich durch.

Im Februar 2015, nach dem Ende der Regenzeit konnte das Projekt starten. Gemeinsam mit den Dorfgemeinden wurden die zu bepflanzenden Gebiete ausgewählt und die freiwilligen Helfer begannen mit ihrer Arbeit. Inzwischen pflanzten sie  bereits 94‘500 Mangrovensetzlinge, führten in den Dörfern Schulungen durch und stellten 14 Informationstafeln auf. Nun müssen die Mangroven nur noch zu grossen und starken Bäumen heranwachsen.

 

 

Schulgartenprojekt in Ecuador

Der Verein Cielo Azul initiierte 2010 das Pilotprojekt "Schulgarten" in der Gemeinde Cambugán im Hochland von Ecuador. Die selbstverwalteten Obst- und Gemüsegärten sollen eine ausgewogene Ernährung der Schüler gewährleisten. Die Gärten werden nach Vorbild der Urahnen und unter Nutzung alter, andiner Techniken (z. B. Terrassen) angelegt, um die kulturelle Identität zu stärken und die Qualität des Bodens durch organische Landwirtschaft zu bewahren. Angepflanzt werden Pflanzen und Sträucher aus der direkten Umgebung, wie z.B. Aliso und Yaqual, sowie auch Getreide und Gemüse der Andenregion, wie der proteinspendende Amaranth, Früchte, wie z.B. Granadilla und Brombeeren, Heil- und Medizinpflanzen, wie Minze und Oregano sowie Knollenfrüchte und Wurzeln wie Kartoffeln und Jícama. Die verschiedenen Themen zum Gartenanbau werden im Klassenzimmer besprochen und auf dem Acker anschliessend praktisch angewendet.

Die Kinder wissen nun, welche Pflanze für was gut ist und können das erworbene Wissen mit ihren Eltern teilen. Diese wiederum sind an sogenannten Mingas verpflichtet mitzuhelfen, was sie auch gerne tun. Sie wünschen sich Kurse zu den Themen Anbau, natürlicher Dünger usw.

Die Ernte des Schulgartens in Cambugán reicht mittlerweile aus, um an drei Tagen der Woche das Mittagessen abzudecken. Dies ist umso wichtiger, seit die Unterstützung mit Lebensmitteln vom Staat gestrichen wurde. Ein möglicher Überschuss der Ernte kann ausserdem an finanziell benachteiligte Familien abgegeben werden.

Zum Kreislauf des Schulgartens gehören auch die Nutzung der vom Verein erstellten Kompost-Toiletten sowie das Erlernen des fachgerechten Kompostierens.

 

Die Support Group  beschloss, die Anlage von drei neuen Schulgärten in den Schulen von San Agustín de Cajas, Desaguadero und Eugenio Espejo mit der Finanzierung von Samen und Setzlingen sowie Gartenwerkzeugen zu unterstützen.

In den ersten beiden Gemeinden konnte inzwischen schon geerntet werden. Die Ernte in Eugenio Espejo steht ebenfalls kurz bevor und wird von den Kindern sehnsüchtig erwartet.

Neue Schule und Entbindungsstation in Timbou, Togo

Die Savannen Region im Norden von Togo ist geprägt von trockenem, semi-ariden Klima ähnlich der Sahel Zone. Wasserknappheit und unfruchtbare Böden machen den Norden zum ärmsten Teil des Landes.
Mitglieder des Friedenskorps, die für zwei Jahre in dieser Region stationiert sind, wandten sich 2012 mit dem Projekt ein neues Schulgebäude in Timbou zu bauen an den Trägerschaftsverein. Da die Zusammenarbeit sehr zufriedenstellend verlief und der Bau der Klassenräume zügig durchgeführt und erfolgreich abgeschlossen wurde, erklärte sich der Trägerschaftsverein gerne bereit, ein weiteres Projekt in Timbou zu finanzieren. Unser Kontakt vor Ort hatte vom desolaten Zustand der örtlichen Entbindungsstation berichtet, die dringend renoviert und ausgebaut werden muss, da hier im Jahr rund 4000 Schwangere versorgt werden und entbinden. Zudem werden HIV-Positive und AIDS-Kranke, auch Männer, behandelt, dies alles bisher in nur einem einzigen Gebäude. Der Neubau soll den Frauen und Kranken nun mehr Platz und Privatsphäre bieten.
Im Zuge der Renovation wurden Teile des alten Gebäudes abgerissen, um Platz für Fenster und Türen zu schaffen, neue Innenwände gebaut, das Dach erneuert und eine Decke eingezogen. Dank sparsamer Verwendung der Ressourcen ist das Gebäude nun auch an einen neu erbauten Wasserturm angeschlossen und wird mit Strom versorgt.
Aaron, unser Kontakt vor Ort schrieb im März 2013: "The past few weeks have been very productive for the project in Timbou. We have installed electricity and plumbing in the building. We have also begun painting the building.  This week, we will finish the final coat of paint and lay the tile for the delivery room. The women are already taking bets on who will be the first to deliver a baby in the new building."
Im Mai 2013 wurde die Entbindungsstation schliesslich feierlich eröffnet: "The event included presentations from the Regional Director of Health, local beer, and inspections of the building by the community.  I really wish I could communicate to you the appreciation the community feels for all your help.  As you can see, the community, especially the women, are so grateful for everything your committee has done. The maternity project caught national attention.  Because of our renovation, the government is adding another building for the hospital that will add several more beds and they have selected Timbou as one of just two hospitals in the region to receive a sonogram machine!  The Director has also pledged to send more qualified personnel to our village. The point I want to make is that your committee not only provided a building but also the opportunity for my community to significantly increase their access to healthcare.  For this, we are forever grateful."