11.02.2016

Campylobacter sind die neuen Salmonellen

Campylobacter-Infektionen sind die häufigsten durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel hervorgerufenen Erkrankungen in der Schweiz. Die Zahl der Krankheitsfälle verdoppelte sich in den letzten 25 Jahren. Die Ansteckung mit Salmonellen ging im gleichen Zeitraum stark zurück. Zu diesem Ergebnis kamen Forschende des Schweizerischen Tropen– und Public Health-Institut in einer heute publizierten Studie in der renommierten Zeitschrift Eurosurveillance.  

 

Campylobacter sind die neuen Salmonellen

Die durch Campylobacter-Bakterien hervorgerufenen Durchfallerkrankungen haben in punkto Häufigkeit die Salmonellen-Infektionen schon lange verdrängt. Forschende des Swiss TPH analysierten die vom Bundesamt für Gesundheit gesammelten Daten zu den zwei meldepflichtigen Krankheiten von 1988 bis 2013. Dabei zeigte sich eine deutlicher Trend: Während die gemeldeten Campylobacter-Erkrankungen von 3'127 auf 7'499 Fälle anstiegen, gingen die Salmonellen-Infektionen von 4'291 auf 1'267 zurück.    

 

 

Bessere Hygiene als Erfolgsrezept gegen Salmonellen  

«Geeignete Hygienemassnahmen waren wesentlich für den Rückgang der Salmonellen-Erkrankungen verantwortlich» sagt Daniel Mäusezahl vom Swiss TPH und Mitautor der Studie. Bereits in den 1980er-Jahren versuchte man durch Gesetzesänderungen und bessere Hygienemassnahmen insbesondere bei der Eierproduktion die Salmonellen-Infektionen zu reduzieren. Dagegen wurde dem Campylobacter-Bakterium bislang wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Das Wissen über die Risiken beim Verzehr von verseuchtem Geflügel ist in der Schweizer Bevölkerung noch nicht tief verankert. Mit einer 2014 eingeführten Gesetzesänderung zum Verkauf von Geflügelleber hat der Bund erste Massnahmen zur Campylobacter-Bekämpfung getroffen. Dieses Jahr sollen weitere Massnahmen folgen. Und auch der Bund ist erst jetzt daran, die Gesetzgebung bei der Geflügelproduktion zu ändern. Für einen Rückgang der Campylobacter-Infektionen brauche es deshalb beides, meint Mäusezahl, eine bessere Aufklärung der Bevölkerung über die Gefahren einer Ansteckung, sowie bessere Hygienebedingungen bei der Schlachtung von Geflügel.  

 

Publikation: 

Schmutz C, Mäusezahl D, Jost M, Baumgartner A, Mäusezahl-Feuz M. Inverse trends of Campylobacter and Salmonella in Swiss surveillance data, 1988–2013. Euro Surveill. 2016;21(6):pii=30130. DOI: http://dx.doi.org/10.2807/1560-7917.ES.2016.21.6.30130

 

Kontakt: 

daniel.maeusezahl@unibas.ch

 

 

 

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