In der Region unterwegs für Antikörpertests

11.11.2020

Die Studie COVCO-Basel untersucht die Verbreitung der Antikörper gegen SARS-CoV-2 in der Bevölkerung in den beiden Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft. Neu ist ein Bus unterwegs und testet Studienteilnehmende vor Ort. COVCO-Basel wird vom Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) geleitet und ist Teil des schweizweiten Forschungsprogrammes Corona Immunitas.

Mit einem Bus bringt das Swiss TPH das Testzentrum näher zur Bevölkerung. (Foto: Swiss TPH)

Bereits über 600 Personen wurden am Swiss TPH auf Antikörper gegen SARS-CoV-2 untersucht. In einem Bus, der als mobiles Testzentrum ausgerüstet wurde, kann das Team von COVCO-Basel nun auch Blut- und Speichelentnahmen bei Studienteilnehmenden vor Ort durchführen. «Mit dem Bus können wir Personen erreichen, die weniger mobil sind oder in der gegenwärtigen Lage mit den steigenden Corona-Fallzahlen nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ins Studienzentrum zu uns nach Basel reisen möchten. Damit steigern wir die Repräsentativität der Studie», sagt Nicole Probst-Hensch, Leiterin der Studie und Leiterin des Departements Epidemiology and Public Health am Swiss TPH.

Mobile Einsätze in Baselbieter Dörfern

Bereits 50 solcher mobilen Einsätze sind in verschiedenen Dörfern im Kanton Basel-Landschaft geplant. Den ersten Halt machte der Bus in der Gemeinde Frenkendorf. Für die Studie sollen insgesamt 1200 Personen aus verschiedenen Altersgruppen im Studienzentrum am Swiss TPH oder mit der mobilen Einheit getestet werden. 

Auswirkungen auf die psychische Gesundheit

Neben der Antikörperstudie untersuchen die Forschenden von COVCO-Basel in einer digitalen Langzeitstudie auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Lebensumstände der Bevölkerung im Raum Basel. «Neben dem Virus selbst können auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie einen grossen Einfluss auf unsere Gesundheit haben - insbesondere auf unsere psychische Gesundheit», sagt Probst-Hensch. So zeigen erste Auswertungen, dass sich die Studienteilnehmenden heute einsamer und isolierter fühlen als vor der Pandemie.

Teil eines nationalen Forschungsprogrammes

COVCO-Basel ist Teil des schweizweiten Forschungsprogrammes Corona Immunitas zur landesweiten Bestimmung der Corona-Immunität in der Bevölkerung. Elf Hochschulen und Forschungsinstitute in der ganzen Schweiz beteiligen sich an diesem Programm. Die anonymisierten Proben werden von allen Regionen, einschliesslich Basel, an das Universitätsspital in Lausanne (CHUV) zur Auswertung geschickt. «Dieses einheitliche Testverfahren erlaubt es die Immunität in der Schweizer Bevölkerung zu vergleichen. Erste Auswertungen der Antikörpertests zeigen, dass der Prozentsatz von Teilnehmenden, die sich schon einmal mit SARS-CoV-2 infiziert haben, in der Region Basel eher tiefer ist als in der Westschweiz oder im Tessin», sagt Nicole Probst-Hensch. 

Corona Immunitas stellt den Regionen auch die Busse zur Verfügung. In den nächsten Wochen werden in verschiedenen Teilen der Schweiz sechs Busse im Einsatz sein.

COVCO-Basel wird von den beiden Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft sowie von Corona Immunitas finanziert. Die Busse wurden von der Zürich Versicherung finanziert.

Nicole Probst-Hensch

Nicole Probst-Hensch, Professor, PhD (Pharmacy and Epidemiology), MPH

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie alle aktuellen Nachrichten aus der Forschung und über unsere Projekte, Kurse und Veranstaltunge.