Else Kröner Fresenius Preis für Notfallstation in Tansania

18.10.2019

Martin Rohacek, Swiss TPH und Ifakara Health Institute, erhält den diesjährigen Else Kröner Fresenius Preis für sein Engagement im Aufbau einer Notfallstation für das St. Francis Referral Hospital in Ifakara, Tansania. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung widmet sich der Förderung medizinischer Forschung und unterstützt medizinisch-humanitäre Projekte. Sie ist eine der grössten Medizin fördernden Stiftungen Deutschlands.

Martin Rohacek, Swiss TPH und Ifakara Health Institute, erhält den diesjährigen Else Kröner Fresenius Preis für sein Engagement im Aufbau einer Notfallstation in Ifakara, Tansania. Foto: Felix Zahn/photothek.net

Seit 2015 setzt Rohacek, Projektleiter Swiss TPH und Ifakara Health Institute, das Projekt "Aufbau und Organisation einer Notfallstation im St. Francis Referral Hospital in Ifakara, Tansania" in enger Zusammenarbeit mit dem Universitätsspital Basel und lokalen Partnern um.

Mit dem Preisgeld soll insbesondere das Training des medizinischen Personals in Ifakara langfristig fortgeführt und intensiviert sowie weitere lokale Instruktoren für Notfallmedizin und Ultraschall ausgebildet werden.

Zuweisungszentrum für eine Million Menschen

Rohacek hat im ländlichen Ifakara eine Notfallstation aufgebaut - mit einem Triage-System sowie der differentiellen Diagnose und Behandlung von mittlerweile jährlich 36'000 Erwachsenen und Kindern. Das Krankenhaus dient als Zuweisungszentrum für eine vorwiegend ländliche Bevölkerung von rund einer Million Menschen. Die Notfallstation operiert im Dreischicht-Betrieb 24 Stunden pro Tag und wird von lokalen Ärzten geleitet.

Vor Ort bildet Martin Rohacek medizinisches Personal in Notfallmedizin, Ultraschall und Echokardiographie aus und führt klinische Forschungsprojekte durch. "Etwa 100'000 Patienten aus drei Distrikten im Umkreis von 150 Kilometern haben vom Projekt profitiert", betont Rohacek. "Die Patienten sind oft sehr krank. Am häufigsten behandeln wir Infektions-, aber auch Herz- oder gynäkologische Krankheiten. Zehn Prozent der Patienten kommen wegen eines Unfalls zu uns", erklärt der Mediziner weiter. "Die zumeist schwerkranken Menschen benötigen rasch Hilfe. Je länger man mit der Diagnose und der dementsprechenden Therapie wartet, desto schlechter ist die Überlebenswahrscheinlichkeit für den Patienten."

Else Kröner Fresenius Preis für Medizinische Entwicklungszusammenarbeit

Die Preisverleihung fand am 17. Oktober 2019 im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Berlin statt. Daniel Paris, Leiter des Departements "Medicine" am Swiss TPH, hielt die Laudatio. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung vergibt jährlich den Else Kröner Fresenius Preis für Medizinische Entwicklungszusammenarbeit, der besonderes Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit würdigt. Gewürdigt werden Projekte weltweit, die auf herausragende Art und Weise der Verbesserung der Gesundheitsversorgung dienen. Der Preis ist mit 100'000 Euro dotiert - Geld, das unmittelbar für die Projekte verwendet wird. Der Preis wird jedes Jahr zu einem anderen Themenschwerpunkt ausgeschrieben, die Preisausschreibung erfolgt jeweils im Frühjahr.

Über die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS)

Die gemeinnützige Else Kröner-Fresenius-Stiftung widmet sich der Förderung medizinischer Forschung und unterstützt medizinisch-humanitäre Projekte. Die Stiftung wurde im Jahr 1983 von der Unternehmerin Else Kröner gegründet und zu ihrer Alleinerbin eingesetzt. Die EKFS bezieht nahezu alle ihre Einkünfte aus Dividenden des Gesundheitskonzerns Fresenius, dessen grösste Aktionärin sie ist. Bis heute hat sie rund 1'780 Projekte gefördert. Mit einem jährlichen Fördervolumen von aktuell über 50 Millionen Euro ist sie eine der grössten Medizin fördernden Stiftungen Deutschlands.