Internationale Experten diskutieren innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017

Parasitäre Wurminfektionen betreffen mehr als eine Milliarde Menschen weltweit und haben in vielen Ländern erhebliche Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit. Vom 7. bis 8. Dezember treffen sich Wissenschaftler in Basel, um neue Strategien zur Kontrolle und Eliminierung parasitärer Würmer zu diskutieren. Das Wissenschaftssymposium wird vom Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut ausgerichtet.

Olga Fedorova, Siberian State Medical University, mit Jennifer Keiser, Swiss TPH.

Etwa 1,5 Milliarden Menschen weltweit sind durch die vom Boden übertragenen Wurmerkrankungen betroffen und weitere 250 Millionen leiden unter Bilharziose. Diese beiden häufigsten parasitären Wurminfektionen werden durch verschiedene Arten von Würmern im Boden oder im Wasser übertragen. Sie können zu Durchfall, Unterernährung, Wachstumsstörungen und Vergrösserung der Leber oder Milz führen. Die hohe Sterblichkeitsrate durch chronische Wurminfektionen kann ganze Gemeinschaften schwächen und die Armut in endemischen Gebieten verstärken.

160 Wissenschaftler in Basel

Um die aktuellen Strategien zu überprüfen und neue Wege zur Vorbeugung, Kontrolle und Eliminierung von Wurminfektionen zu diskutieren, organisiert das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) ein zweitägiges Symposium in Basel. Rund 160 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beleuchten Innovationen in Diagnostik- und Arzneimittelforschung und diskutieren Strategien zur Unterbrechung der Übertragung von parasitären Wurminfektionen. So zeigt zum Beispiel ein Vortrag anhand von Ergebnissen in Sansibar auf, wie ein vielschichtiges Interventionspaket das ständige Vorkommen von Infektionen bei Kindern im Schulalter auf weniger als 2 Prozent reduzieren kann.

Vernachlässigte Tropenkrankheiten

"Obwohl parasitäre Würmer weltweit jeden fünften Menschen betreffen, gehören sie zu den sogenannten vernachlässigten Tropenkrankheiten, die eng mit Armut verknüpft sind", sagt Jürg Utzinger, Direktor des Swiss TPH. "Wir sehen zwar gewisse Fortschritte, müssen jedoch die innovative Forschung weiter vorantreiben, bestehende Instrumente und Strategien weiterentwickeln und integrierte Kontrollansätze umsetzen, welche auf das soziale und ökologische Umfeld zugeschnitten sind."

"Neue Medikamente dringend nötig"

Die Forschung und Entwicklung von Medikamenten ist dabei zentral. "Unsere Forschung zeigt, dass die Wirksamkeit der aktuellen Anthelminthika rückläufig ist", sagt Jennifer Keiser, Leiterin der Abteilung Helminth Drug Development am Swiss TPH und Associate Professorin für Vernachlässigte Tropenkrankheiten an der Universität Basel. "Daher besteht ein dringender Bedarf, neue Medikamente zu entdecken und zu entwickeln und mögliche Kombinationstherapien zu evaluieren. Unser Symposium ist die ideale Gelegenheit, um unsere bestehenden Partnerschaften zu stärken und neue Forschungskooperationen aufzubauen."

Führendes Institut gegen Wurminfektionen

Das Swiss TPH ist eine der weltweit führenden Organisationen für die Forschung und Entwicklung von neuen Therapien, die Durchführung klinischer Studien und die Implementierung von Kontroll- und Eliminierungsinitiativen im Bereich parasitärer Wurminfektionen. Das mit der Universität Basel assoziierte Institut arbeitet mit lokalen, nationalen und internationalen Institutionen zusammen wie zum Beispiel das Pediatric Praziquantel Consortium, Tribendimidine Consortium und Tomsk Opisthorchiasis Consortium. Das Swiss TPH beherbergt auch das WHO Collaborating Centre für Epidemiologie und Kontrolle von Helminthinfektionen.

Über das Swiss TPH

Das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) ist ein weltweit renommiertes Institut auf dem Gebiet der globalen Gesundheit mit besonderem Fokus auf Länder mit niedrigen und mittleren Einkommen. Assoziiert mit der Universität Basel, verbindet das Swiss TPH Forschung, Dienstleistungen und Lehre und Ausbildung auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene. Mehr als 800 Personen aus über 70 Ländern arbeiten am Swiss TPH in Bereichen wie Infektionskrankheiten und nicht-übertragbare Krankheiten, Umwelt, Gesellschaft und Gesundheit, sowie Gesundheitssysteme und -Programme.