ICARUS: Messstudie zur individuellen Luftbelastung in europäischen Städten

Hintergrund und Ziele der Studie
In den letzten Jahren hat die Luftverschmutzung in der Schweiz abgenommen. Trotzdem sind die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit noch immer erheblich. In der ICARUS Studie wird in neun verschiedenen Städten in Europa untersucht, wie sich die individuelle Luftbelastung auf die Gesundheit auswirkt. Ziel ist es unter anderem, herauszufinden wie gross die Unterschiede der individuellen Luftbelastung sind. Besonders von Interesse sind das Mobilitätsverhalten und die Luftbelastung im eigenen Haushalt. Mit den gewonnen Erkenntnissen kann genauer abgeschätzen werden, ob es besonders betroffene Personengruppen gibt und wie diese in Zukunft besser geschützt werden können. 

Studienteilnehmer gesucht!
Alle Interessenten, die im Kanton Basel-Stadt wohnen, können an der Studie teilnehmen. Die Teilnahme ist freiwillig. Voraussetzung sind ein WLAN-Anschluss zu Hause und die Bereitschaft, zweimal während einer Dauer von sieben Tagen ein Messgerät auf sich zu tragen und die Luftqualität im eigenen Haushalt messen zu lassen.

Studienablauf
Für die erste Messung im Sommer (September) installiert ein Studienassistent bei den Teilnehmern zu Hause stationäre Luftmessgeräte. Diese werden per WLAN an das Internet angeschlossen und messen verschiedene Parameter zur Bestimmung der Luftgüte sowie den Lärmpegel. Auf einem Display können die Werte in Echtzeit abgelesen werden.

Die Teilnehmer füllen zusammen mit dem Studienassistenten einen kurzen Fragebogen aus. Die Teilnehmer werden mit einem Fitness-Tracker (Garmin Vivosmart 3) und einem Silikonarmband ausgerüstet, welche Sie während je einer Woche am Handgelenk tragen. Der Fitness Tracker beinhaltet einen Bewegungssensor und zeichnet damit ihre körperlichen Aktivitäten auf. Das Silikonarmband absorbiert Stoffe aus der Umwelt. Am Ende der Messperiode werden die Silikonarmbänder im Labor auf verschiedene Chemikalien analysiert. Ausserdem werden die Teilnehmer gebeten, ein Feinstaubmessgerät auf sich zu tragen, sobald sie das Haus verlassen. Das Feinstaubmessgerät zeichnet zusätzlich noch die GPS Daten auf, damit die gemessene Luftbelastung genau einem Ort zugewiesen werden kann. Das Messgerät ist klein und wird je nach Präferenz entweder am Arm oder in einer Tasche (Handtasche, Rucksack) getragen.

Der erste Hausbesuch einschliesslich des Einrichtens und der Erklärung der Messgeräte und das Ausfüllen des Fragebogens nehmen ca. 90 Minuten in Anspruch. Nach Ablauf einer Woche besucht der Studienassistent die Teilnehmer zum zweiten Mal, um die Messgeräte, den Fitness-Tracker, das Silikonarmband und den Fragebogen wieder mitzunehmen. Der zweite Besuch dauert ungefähr eine Stunde.

Der gesamte Ablauf wiederholt sich für die zweite Messung im Winter (November).

Nutzen für die Teilnehmer
Durch die Mitwirkung an dieser Studie tragen die freiwilligen Teilnehmer zu einem besseren Verständnis über die aktuelle Luftbelastung in Innen- und Aussenräumen bei. Mithilfe der Ergebnisse kann künftig die Luftbelastung besser abgeschätzt werden und Zusammenhänge zwischen Luftbelastung und gesundheitlichen Langzeitfolgen besser untersucht werden. Es gibt keine finanzielle- oder materielle Entschädigung. Die Studienteilnahme bietet den Teilnehmern aber die Möglichkeit, mehr über ihr Aktivitätsverhalten und ihre Luftbelastung zu erfahren. Die Resultate der Auswertungen werden in Form eines kleinen Berichts per E-Mail an die Teilnehmer geschickt.