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Baby Freundliche Spitäler fördern die Gesundheit von Neugeborenen

06.08.2018

In der Schweiz entsprechen aktuell 27 Spitäler den von der WHO und UNICEF festgelegten Qualitätskriterien der "Baby Friendly Hospital Initiative". Gemäss einem Bericht des Swiss TPH zeigen diese Baby Freundlichen Spitäler seit 2000 eine qualitativ hochstehende Leistung in Bezug auf Bindungs- und Stillförderung.

Hautkontakt und Trinkversuche an der Brust in der ersten Lebensstunde fördern das Stillen (Foto: UNICEF Schweiz)

Fokus auf Eltern-Kind-Beziehung

2017 wurden in der Schweiz über 25'000 Kinder in einem von 27 Baby Freundlichen Spitälern geboren. 95% dieser Neugeborenen wurden der Mutter innerhalb der ersten Stunde auf den Oberkörper gelegt. 91% der Neugeborenen machten während diesem ersten Hautkontakt auch den ersten Trinkversuch an der Brust. 62% der Babys erhielten bis zum Spitalaustritt ausschliesslich Muttermilch - ein Anteil, der im Jahr 2000 noch bei 36% lag.

Dies sind die Resultate eines Berichts des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts (Swiss TPH), der kurz vor der Weltstillwoche vom 1. bis 7. August erschien. Seit dem Jahr 2000 wertet das Swiss TPH im Auftrag von UNICEF Schweiz Kennzahlen der in der Schweiz zertifizierten Spitäler und Geburtshäusern aus.

Stillen fördert die Gesundheit des Kindes 

"Studien zeigen, dass gestillte Kinder weniger häufig übergewichtig sind und ein tieferes Risiko haben, später an Diabetes oder Bluthochdruck zu erkranken", sagt Anna Späth, Swiss TPH und Autorin des Berichts. "In der Zusammensetzung ist die Muttermilch ideal auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes abgestimmt." Während sich die Zahl der ausschliesslich gestillten Kinder deutlich erhöht hat, stieg der Anteil an gesunden Neugeborenen, die im Wochenbett und bei Spitalaustritt zusätzlich Säuglingsnahrung erhielten, leicht an.

"Eine besondere Herausforderung bleibt auch die Betreuung von jungen Müttern mit geringen Kenntnissen der Landessprache", sagt Elisabeth Zemp, Leiterin der Einheit "Society, Gender and Health" im Departement Epidemiology and Public Health am Swiss TPH. "Um eine adäquate Unterstützung zu gewährleisten, sollte daher noch mehr Wert auf die Verständigung gelegt werden." Wichtig sei es auch, für eine gute Nachbetreuung zu Hause zu sorgen: 9 von 10 Frauen werden nach der Geburt in einem Baby Freundlichen Spital zu Hause von einer Hebamme betreut. 

Baby Freundliche Spitäler

Das Label "Baby Freundliches Spital" wird von UNICEF Schweiz gemäss den von der WHO und UNICEF entwickelten Qualitätskriterien der Baby Friendly Hospital Initiative (BFHI) vergeben. Zentral dabei sind die Bindung der Eltern zum Kind, die Stillförderung sowie die Aus- und Weiterbildung von Gesundheitspersonal.