Die Schweiz nimmt zusammen mit 27 anderen Ländern am Europäischen Humanen Biomonitoring Programm (HBM4EU) teil. HBM4EU ist eine neuartige Zusammenarbeit mit dem Ziel Brücken zwischen Wissenschaft und Politik zu bauen und zu stärken. Forschungsresultate zur Chemikalienbelastung und Gesundheit sollen direkter helfen, Chemikalien in Umwelt und Konsumgütern besser zu regulieren.
Die Verantwortung für die Durchführung der HBM4EU-Studie in der Schweiz liegt bei den Forschenden des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts (Swiss TPH) in Basel.

Was ist Humanes Biomonitoring?

Humanes Biomonitoring untersucht den Zusammenhang zwischen der äusseren chemischen Belastung (z.B. durch Nahrungsmittel oder Konsumgüter) und der im Körper (z.B. Urin oder Blut) gemessenen Konzentration chemischer Substanzen und Stoffwechselprodukten.

Mehr als 300 Personen haben an der HBM4EU-Studie teilgenommen

Das Swiss TPH führte zwischen März 2020 und Juli 2020 die HBM4EU-Studie in der Schweiz durch. Über 300 teilnehmende Personen im Alter von 20 bis 39 Jahren haben den Fragebogen zur Studie beantwortet und der Forschung biologisches Material in Form von Morgenurin zur Verfügung gestellt. Derzeit werden die Proben, zusammen mit den Proben, die in anderen europäischen Ländern gesammelt wurden, in zentralen Labors auf die verschiedenen chemischen Substanzen untersucht. Die Resultate zur Konzentration der chemischen Substanzen in ihrem Urin werden den Studienteilnehmenden nach der Auswertung mitgeteilt.

Ziele von HBM4EU

Die HBM4EU-Studie sammelt vergleichbare Daten zur Chemikalienbelastung der Bevölkerung in verschiedenen europäischen Ländern. Konkret werden chemische Substanzen wie zum Beispiel Pestizide, Bisphenole und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe in biologischen Proben der Bevölkerung aus verschiedenen europäischen Ländern mit gleichen Methoden harmonisiert gemessen. Um die Expositionswege besser zu verstehen beantworten die Studienteilenehmenden in allen Länder den gleichen Fragebogen.
Die HBM4EU-Studie in der Schweiz trägt zur harmonisierten Datensammlung bei und kann so auch den Gesundheitsschutz vor Chemikalien in unserem Land verbessern.

HBM4EU wird unterstützt durch

Die HBM4EU-Studie ist eine europäische Studie, die von der Europäischen Umweltagentur (European Environment Agency (EEA)) und der Europäischen Kommission koordiniert und die im Rahmen des Horizon2020 Forschungsprogramms finanziert wird. Da die Schweiz nicht Teil der Europäischen Union ist, werden die Projektkosten der HBM4EU-Studie in der Schweiz durch das Schweizerische Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) getragen.

Ihre Meinung zählt für ein sicheres Chemikalienmanagement

Nicole Probst-Hensch

Nicole Probst-Hensch, Professor, PhD (Pharmacy and Epidemiology), MPH

Contact