Der Sommer 2026 war der heisseste in der Schweiz seit Messbeginn – noch heisser als der Hitzesommer 2003. Gemäss ersten Schätzungen sind zwischen Mai und August rund 1’260 Todesfälle auf die Hitze zurückzuführen. Das sind deutlich mehr als in den Vorjahren und ähnlich viele wie im Hitzesommer 2003.

Auswertungen von Forschenden des Swiss TPH zeigen deutliche Auswirkungen der Hitze im Sommer 2026 auf die Sterblichkeit in der Schweiz. Für den Zeitraum von Mai bis August 2026 wird die Zahl der hitzebedingten Todesfälle vorläufig auf 1’257 geschätzt. Das entspricht 5,5 % aller Todesfälle zwischen Anfang Mai und Ende August 2026. Rund 85 % dieser Todesfälle betrafen Personen ab 75 Jahren. Rund 70 % der hitzebedingten Todesfälle sind auf heisse oder sehr heisse Tage zurückzuführen, also auf Tage mit einer Tagesmitteltemperatur von 25 °C oder mehr (heiss) beziehungsweise 27 °C oder mehr (sehr heiss). Die geschätzte Zahl hitzebedingter Todesfälle im Sommer 2026 liegt in einer ähnlichen Grössenordnung wie im Sommer 2003. Der September 2026 ist dabei noch nicht berücksichtigt. Die Ergebnisse bestätigen einmal mehr: Hitze ist die Naturgefahr, die in der Schweiz die meisten Todesfälle verursacht.
«Diese vorläufigen Ergebnisse zeigen, dass Hitze weiterhin viele Todesfälle verursacht, insbesondere an extrem heissen Tagen», sagt Martina Ragettli, Leiterin der Forschungsgruppe Climate, Health and Policy am Swiss TPH. «Es gibt Hinweise auf eine Anpassung an moderate Hitze, bei extremer Hitze jedoch weniger. Ältere Menschen sind nach wie vor am stärksten betroffen, aber auch für jüngere kann Hitze ein Risiko sein. Da künftig mit mehr heissen Sommern zu rechnen ist, muss der Hitzeschutz weiter gestärkt werden.»
Das Swiss TPH schätzt jedes Jahr im Auftrag des Bundesamts für Umwelt (BAFU) und des Bundesamts für Gesundheit (BAG) die Zahl der hitzebedingten Todesfälle in der Schweiz (Hitzebedingte Sterblichkeit). Die ersten Schätzungen für 2026 wurden im Auftrag des BAG erstellt. Sie beruhen auf Tagesmitteltemperaturen und provisorischen täglichen Sterbedaten vom Bundesamt für Statistik (BFS) und berücksichtigen den September noch nicht. Die definitiven Zahlen und detailliertere Analysen werden im Frühling 2027 veröffentlicht.
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