[Translate to German:] Photo: N. Henon/TIGER

Die Asiatische Tigermücke

Die Asiatische Tigermücke ist eine invasive gebietsfremde Stechmückenart, die auch im Siedlungsraum der Schweiz zunehmend häufiger vorkommt. Aufgrund ihres aggressiven Stechverhaltens während des Tages kann sie die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Zudem kann sie potenziell Krankheitserreger wie das Dengue- oder das Chikungunya-Virus übertragen. Am Swiss TPH erforschen wir die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke und entwickeln Massnahmen zu ihrer Eindämmung. Um ihre weitere Ausbreitung zu verhindern, ist die aktive Mithilfe der Bevölkerung bei der Prävention und Bekämpfung erforderlich.
 

Aufgrund ihres aggressiven Stechverhaltens tagsüber und ihrer Anpassung an den urbanen Siedlungsraum kann die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Zudem kann sie potenziell Krankheitserreger wie das Dengue- oder das Chikungunya-Virus übertragen.

Eine Infektion mit dem Dengue-Virus kann zu Verläufen ohne erkennbare Krankheitszeichen (asymptomatisch) bis hin zu schweren grippeähnlichen Erkrankungen führen. Bei einem kleinen Teil der Patient:innen treten lebensbedrohliche Komplikationen auf, bei denen Blutflüssigkeit und Proteine aus den Kapillaren in das umliegende Gewebe austreten. Die Behandlungsmöglichkeiten sind nach wie vor begrenzt, da es keine spezifischen antiviralen Medikamente gibt und der einzige zugelassene Impfstoff (Qdenga) nur für bestimmte Reisende mit Nachweis einer früheren Infektion empfohlen wird.

Eine Infektion mit dem Chikungunya-Virus führt in der Regel zu einer symptomatischen Erkrankung mit Fieber, starken Gelenkschmerzen, Hautausschlag und Müdigkeit und kann zu chronischen Gelenkschmerzen oder seltenen schweren Komplikationen führen. Obwohl es Impfstoffe gegen Chikungunya gibt, sind diese nicht weit verbreitet und werden auch in der Schweiz nicht routinemässig eingesetzt. Somit stellen die Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke und die Verringerung der Exposition des Menschen gegenüber Mücken auch hier die wichtigsten Präventionsmassnahmen dar.


Übrigens: Anhand der Ausprägung eines Mückenstichs lässt sich nicht erkennen, ob er von einer Asiatischen Tigermücke verursacht wurde. Der menschliche Körper reagiert individuell unterschiedlich auf Mückenstiche.

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) gehört zur Familie der Stechmücken (Culicidae) und zeichnet sich durch ihre kontrastreiche schwarz-weisse Färbung an Kopf, Rücken und Beinen aus.

Erkennungsmerkmale des ausgewachsenen Asiatischen Tigermückenweibchens (Foto: Swiss TPH)[Erkennungsmerkmale des ausgewachsenen Asiatischen Tigermückenweibchens. Foto: Swiss TPH].
 

Mit einer Körpergrösse von etwa 0,5–1 cm ist die Asiatische Tigermücke kleiner als die meisten einheimischen Stechmücken. Sie erscheint silbrig-schwarz und lässt sich an folgenden Merkmalen erkennen:

  1. Alle Beine weisen weisse Ringe auf.
  2. Das letzte Segment der Hinterbeine ist weiss gefärbt.
  3. Eine durchgehende weisse Linie verläuft von den Augen über den Rücken.
  4. Die Enden der Mundtaster sind weiss gefärbt.
Grössenvergleich einer Asiatischen Tigermücke mit einem Fünfrappenstück (Foto: Swiss TPH)[Grössenvergleich einer Asiatischen Tigermücke mit einem Fünfrappenstück. Foto: Swiss TPH]


Übrigens: In der Schweiz kommen mehrere Stechmückenarten mit schwarz-weisser Färbung vor. Umso wichtiger ist es, genau auf die oben beschriebenen Merkmale zu achten.

Die Asiatische Tigermücke gilt als eine der weltweit bedeutendsten invasiven Arten und hat sich von ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet in Südostasien mittlerweile auf weite Teile Europas, darunter auch die Schweiz, ausgebreitet. Begünstigt wurde ihre rasche Ausbreitung durch Globalisierung, Urbanisierung, internationalen Handel und Reiseverkehr sowie den Klimawandel. Verbreitet wird die Art insbesondere über den globalen Handel mit Altreifen, in denen sich die austrocknungsresistenten Eier der Mücke befinden können, sowie über Fahrzeuge, in denen die Asiatische Tigermücken als blinde Passagiere über weite Strecken transportiert werden.


Übrigens: Die Asiatische Tigermücke kann sich auch aktiv ausbreiten. Die meisten Studien weisen auf eher kurze Flugstrecken von etwa 100 Metern pro Tag hin. Einige Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass Tigermücken durchaus auch grössere Distanzen zurücklegen können.

In Europa wurde die Asiatische Tigermücke erstmals 1979 in Albanien nachgewiesen. Nach ihrer Einschleppung über den Hafen von Genua etablierte sie sich schliesslich ab 1990 in Italien und breitete sich in der Folge über weite Teile Europas aus. In der Schweiz wurde die Art erstmals 2003 im Kanton Tessin nachgewiesen. Seither hat sie sich auch nördlich der Alpen ausgebreitet, insbesondere in Genf und im Grossraum Basel.

Geografische Verbreitung der Asiatischen Tigermücke in der Schweiz nach Bezirken (Stand: Ende 2025. Quelle: Schweizerisches Mückennetzwerk, 2026).[Geografische Verbreitung der Asiatischen Tigermücke in der Schweiz nach Bezirken Stand: Ende 2025. Quelle: Schweizerisches Mückennetzwerk, 2026]


Übrigens: Der Klimawandel begünstigt die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke, da steigende Temperaturen ihr das Überleben und die Vermehrung in immer mehr Gebieten ermöglichen.

Lebenszyklus der Asiatischen Tigermücke. Quelle: Ingeborg Schleip, Biogents AG.[Lebenszyklus der Asiatischen Tigermücke. Quelle: Ingeborg Schleip, Biogents AG]
 

Tigermückenmännchen halten sich häufig in der Nähe potenzieller Wirte der blutsaugenden Weibchen auf und versuchen, sich mit heranfliegenden Weibchen zu paaren. Die Paarung erfolgt im Flug und dauert meist nur wenige Sekunden. Die Weibchen paaren sich nur einmal, können die aufgenommenen Spermien jedoch lebenslang speichern.

Nach der Paarung sucht das Weibchen ein Blutmahl, das für die Produktion der Eier benötigt wird. Hat es genügend Blut aufgenommen, kann es bis zu 100 Eier produzieren, die auf mehrere Brutstätten verteilt werden. Die etwa 0,5 mm langen, schwarzen Eier werden einzeln knapp oberhalb der Wasseroberfläche an die feuchten Ränder geeigneter Brutstätten geklebt. Zu den natürlichen Brutstätten zählen beispielsweise Astlöcher oder Wasseransammlungen in Blattachseln von Pflanzen. Im Siedlungsraum dienen hingegen häufig verstopfte Regenrinnen, Gullys oder wassergefüllte Behälter wie Regentonnen, Blumenvasen, Pflanzenuntersetzer, Eimer, Dosen, Gläser oder im Freien gelagerte Autoreifen als Brutstätten.

Nach der Eiablage sucht das Weibchen erneut ein Blutmahl, um weitere Eierproduzieren zu können. Dabei kann es Krankheitserreger, wie das Dengue- oder Chikungunya-Virus, die zuvor mit einem infektiösen Blutmahl aufgenommen wurden, auf andere Menschen übertragen.

Die Eier sind trockenresistent und können mehrere Monate überdauern. Zudem legen die Weibchen im Spätsommer und Herbst Eier, die in eine Ruhephase eintreten und auch tiefere Wintertemperaturen überstehen können. Werden die Eier durch einen steigenden Wasserspiegel überflutet, beispielsweise nach Regen, schlüpfen die bereits fertig entwickelten Larven aus den Eiern ins Wasser. Dort ernähren sie sich von organischen Partikeln wie Algen und anderen Mikroorganismen, wachsen und durchlaufen vier Larvenstadien. Zwischen den einzelnen Stadien häuten sie sich. Im Gegensatz zu den Eiern können die Larven jedoch nur im Wasser überleben.

Die Entwicklungsdauer der Larven hängt stark vom Nahrungsangebot und von der Umgebungstemperatur ab. Da Stechmücken ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren können, bestimmt die Umgebungstemperatur ihren Stoffwechsel. Entsprechend entwickeln sich die Larven bei höheren Temperaturen schneller. Die schnellste Entwicklung erfolgt bei Durchschnittstemperaturen von etwa 26–28 °C und dauert unter optimalen Bedingungen vom Ei bis zur ausgewachsenen Mücke rund eine Woche. Unterhalb von 11 °C kommt die Entwicklung in der Regel zum Stillstand.

Nach dem vierten Larvenstadium entwickeln sich die Larven zu kommaförmigen Puppen. Diese nehmen keine Nahrung mehr auf, bleiben jedoch beweglich, um beispielsweise vor Fressfeinden zu fliehen. Nach ein bis zwei Tagen schlüpfen schliesslich die ausgewachsenen Mücken aus den Puppen und beginnen einen neuen Lebenszyklus.

Entwicklungsstadien der Asiatischen Tigermücke (Fotos: N. Henon/TIGER und Swiss TPH)[Entwicklungsstadien der Asiatischen Tigermücke: rechts oben Eier; rechts unten Larven mit gut sichtbarem Atemrohr (Siphon), das zur Wasseroberfläche reicht; links unten eine Puppe und links oben ein blutsaugendes Weibchen. Quelle: N. Henon/TIGER (Larven, Puppe und adulte Mücke); Swiss TPH (Eier)]
 

Übrigens: Da sich die Larven der Asiatischen Tigermücke ausschliesslich im Wasser entwickeln, ist das Vermeiden von stehendem Wasser in Behältern eine einfache und sehr wirksame Methode, um ihre Vermehrung zu verhindern.

Überprüfen Sie Ihren Garten und Balkon regelmässig auf mögliche Brutstätten und befolgen Sie dazu konsequent die folgenden Massnahmen. Die Asiatische Tigermücke benötigt für ihre Entwicklung nur sehr kleine Mengen stehenden Wassers. Bleibt das Wasser mehrere Tage stehen, können sich darin Mückenlarven entwickeln.

Vermeiden: Verhindern Sie, dass sich Wasser ansammelt. Bereits eine münzgrosse Pfütze reicht aus. Reinigen Sie daher verstopfte Regenrinnen und füllen Sie Vertiefungen in Mauern, Böden oder Bäumen beispielsweise mit Sand auf. Entfernen Sie Gegenstände, in denen sich Wasser sammeln kann – wie unbenutzte Spielsachen, Dosen, Flaschen oder andere Behälter – oder lagern Sie diese regengeschützt. Alternativ können Sie Löcher hineinbohren oder die Gegenstände fachgerecht entsorgen. Lagern Sie Schubkarren und ähnliche Gegenstände möglichst kopfüber und achten Sie darauf, dass Abdeckplanen gut abgespannt sind. Füllen Sie Topfuntersetzer bis zum Rand mit Splitt oder Kies auf, oder leeren und reinigen Sie diese wöchentlich.

Leeren: Leeren Sie mindestens einmal pro Woche alle Behälter, in denen sich auch nur kleine Mengen stehenden Wassers ansammeln können. Dazu gehören beispielsweise Blumentopfuntersetzer, Eimer oder Giesskannen. Tiertränken und Vogelbäder sind unproblematisch, sofern das Wasser mindestens einmal pro Woche gewechselt und das Gefäss gereinigt wird.

Abdecken: Decken Sie Sandkästen, Regentonnen, Sockel von Sonnen- oder Wäscheständern, Wassertanks und Zisternen dicht mit Deckeln, feinmaschigem Drahtgeflecht oder Netzen ab. Die Maschenweite sollte kleiner als 1,2 mm sein.

Behandeln: Falls die oben genannten Massnahmen nicht umsetzbar sind, können Wasserstellen wie Gullys in Hinterhöfen mit einem natürlichen, dafür zugelassenen Larvizid auf Basis von Bacillus thuringiensis israelensis (Bti) behandelt werden. Belebte, naturnah angelegte Gartenteiche und Biotope sind hingegen keine Brutstätten der Asiatischen Tigermücke und sollten nicht behandelt werden.

Brutstätten der Asiatischen Tigermücke (Fotos: Swiss TPH)[Brutstätten der Asiatischen Tigermücke: Die Asiatische Tigermücke legt ihre Eier bevorzugt in Gefässen mit stehenden Wasseransammlungen ab, etwa in Regentonnen, Topfuntersetzern, Blumenvasen, Tiertränken, verstopften Abflüssen oder Regenrinnen sowie in ungebrauchten Giesskannen und ähnlichen Behältern. Fotos: Swiss TPH]
 

Weitere praktische Informationen finden Sie in diesem Erklärvideo.


Übrigens: Giessen Sie das Wasser nicht in den Abfluss, sondern kippen Sie es auf den Boden, damit potenzielle Larven nicht überleben können.

Im Gegensatz zu den meisten einheimischen Stechmücken ist die Asiatische Tigermücke vorwiegend tagsüber und in der Dämmerung aktiv. Sie wird oft als besonders aggressiv wahrgenommen. Wir empfehlen deshalb helle, lange und möglichst nicht enganliegende Kleidung zu tragen. Zusätzlich können Mückenschutzmittel helfen, die lästigen Mücken fernzuhalten. Dabei wird zwischen Produkten unterschieden, die direkt auf die Haut aufgetragen werden, und solchen zur Behandlung von Kleidung. Weitere Informationen finden Sie auf unserem Infoblatt zu Mückenschutzmitteln (Mückenschutzmittel, Répulsifs anti-moustiques, Prodotti antizanzare).
 

Übrigens: Besonders wichtig ist ein konsequenter Mückenschutz in den ersten zwei Wochen nach einer Auslandreise (von April bis Oktober) in Regionen, in denen mückenübertragene Krankheiten häufig vorkommen. Damit leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Verhinderung möglicher lokaler Krankheitsübertragungen, falls Sie sich während der Reise infiziert haben sollten. Da Infektionen nicht immer Symptome verursachen, können Krankheitserreger auch unbemerkt weitergegeben werden.

Wenn Sie den Verdacht haben, eine Asiatische Tigermücke gesehen zu haben, geben Sie uns bitte möglichst rasch Bescheid. Unternehmen Sie dazu, wenn möglich, folgende Schritte:

  1. Fangen Sie die Mücke vorsichtig ein, ohne sie zu zerquetschen, z. B. mit einem übergestülpten Glas und einem darunter geschobenen Stück Papier.
  2. Legen Sie die Mücke über Nacht ins Gefrierfach.
  3. Überprüfen Sie anhand der oben genannten Bestimmungsmerkmale, ob es sich um eine Asiatische Tigermücke handeln könnte.
  4. Machen Sie ein Foto. Je besser die Bildqualität, desto grösser ist die Chance auf eine erfolgreiche Bestimmung durch unsere Expert:innen. Platzieren Sie die Mücke möglichst auf einem neutralen Hintergrund, z. B. auf einem weissen Blatt Papier. Achten Sie darauf, dass das Insekt gut beleuchtet, vollständig sichtbar und scharf fokussiert ist. Besonders hilfreich sind Fotos, auf denen die Hinterbeine, die Rückenzeichnung und der Kopf gut erkennbar sind. 
  5. Melden Sie Ihren Fund zusammen mit dem Foto über www.muecken-schweiz.ch und folgen Sie den weiteren Anweisungen.
  6. Bewahren Sie die Mücke für allfällige Rückfragen auf.
     

Übrigens: Falls Sie kein Foto machen können, befolgen Sie bitte diese Verpackungshinweise und senden Sie die Mücke an folgende Adresse: 

Tigermücken-Meldestelle
Swiss TPH
Kreuzstrasse 2
CH-4123 Allschwil

In der Schweiz gibt es verschiedene Programme zur Überwachung der Asiatischen Tigermücke – sowohl auf nationaler als auch auf kantonaler Ebene. Diese Programme umfassen in der Regel Monitoring sowie Präventions- und Bekämpfungsmassnahmen. Während die Präventions- und Bekämpfungsmassnahmen meist durch die betroffenen Kantone und Gemeinden umgesetzt werden, übernimmt das Swiss TPH im Auftrag von Bund und Kantonen in vielen Programmen das Monitoring. Ziel des Monitorings ist es, Informationen über die Verbreitung und Häufigkeit der Asiatischen Tigermücke zu sammeln. Diese Daten dienen als Grundlage für Präventions- und Bekämpfungsmassnahmen sowie zur Qualitätskontrolle der eingesetzten Massnahmen.

Beim Monitoring werden Mückenfallen an möglichen Einschleppungsorten wie Autobahnraststätten, Campingplätzen oder Fernbusstationen installiert und regelmässig kontrolliert. Zusätzlich werden Fallen in geeigneten Lebensräumen, wie beispielsweise Friedhöfen oder Freizeitgärten, sowie in und um bereits befallene Gebiete im Siedlungsraum eingesetzt. Das Fallenmonitoring wird durch die Untersuchung potenzieller Brutstätten nach Mückenlarven ergänzt.

Da jedoch nicht überall Fallen aufgestellt und potenzielle Brutstätten untersucht werden können, sind wir auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen. Werden Sie deshalb selbst zu Mückenjäger:innen und melden Sie verdächtige Tigermücken!

Methoden zur Überwachung der Asiatischen Tigermücke (Fotos: Swiss TPH)[Methoden zur Überwachung der Asiatischen Tigermücke. Links: Eiablagefalle (Ovitrap) zur Sammlung von Eiern der Asiatischen Tigermücke und anderer Aedes-Arten. Die Mückenweibchen kleben ihre Eier oberhalb der Wasseroberfläche an das Holzstäbchen, das teilweise ins Wasser des Behälters ragt. Das Holzstäbchen wird alle zwei Wochen eingesammelt und auf das Vorhandensein von Eiern untersucht. Foto: Christian Flierl, Universität Basel. Rechts oben: Falle zum Einfangen adulter Stechmücken. Die Falle verfügt über einen Ventilator, der einen Lockstoff verbreitet und gleichzeitig heranfliegende Mücken einsaugt. Zusätzlich wird die Falle mit einer CO₂-Gasflasche betrieben. Das freigesetzte CO₂ kann Mücken über eine Distanz von bis zu etwa 50 m anlocken. Rechts unten: Potenzielle Brutstätten wie Gullys werden mit einer standardisierten Schöpfkelle oder einem Netz auf Larven der Asiatischen Tigermücke untersucht. Fotos: Swiss TPH]
 

Mit Präventionsmassnahmen – insbesondere durch das Vermeiden, regelmässige Auskippen oder Abdecken von stehendem Wasser in Behältern wie herumliegenden Gegenständen, Tiertränken oder Regentonnen – sowie durch den gezielten Einsatz von natürlichen, Bti-basierten Larviziden, wenn die oben genannten Massnahmen nicht möglich sind (z. B. in Gullys), soll die Vermehrung und damit die weitere Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke eingedämmt werden. Auch hierbei ist die Mithilfe der Bevölkerung entscheidend, da sich viele Brutstätten auf privatem Grund befinden.
 

Übrigens: Naturnahe Teiche sind unproblematisch, fördern einheimische Pflanzen- und Tierarten und sollten deshalb weder beseitigt noch mit Larviziden gegen Stechmücken behandelt werden.

Das Swiss TPH befasst sich seit 2011 mit der Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke in der Schweiz und in Europa. Der Fokus liegt auf der Überwachung von Verbreitung und Vorkommen, der Entwicklung von Bekämpfungsstrategien und der Erforschung der Krankheitsübertragung. Die folgenden Projekte geben einen Einblick in unsere aktuelle und abgeschlossene Arbeit.
 

Schweizerisches Mückennetzwerk

Das Schweizerische Mückennetzwerk koordiniert im Auftrag des Bundesamts für Umwelt (BAFU) schweizweit die Zusammenführung der Ergebnisse aus den regionalen Tigermücken-Monitoringprogrammen, den Meldungen aus der Bevölkerung sowie dem Nationalen Überwachungsprogramm der Asiatischen Tigermücke. Das Netzwerk besteht aus vier regionalen Zentren, darunter das Swiss TPH. Dieses betreut acht Kantone der Zentral- und Westschweiz (AG, BE, BL, BS, LU, NW, OW und SO) und leitet das nationale Überwachungsprogramm. Die regionalen Zentren bearbeiten Meldungen aus der Bevölkerung, koordinieren den Datenfluss zwischen den verschiedenen Monitoringprogrammen, informieren die Bevölkerung zum Thema Tigermücken und unterstützen Kantone sowie Gemeinden fachlich bei der Etablierung und Umsetzung lokaler Überwachungsprogramme. → Erfahren Sie mehr

[Translate to German:] Storm drain inspection in the frame of the Asian tiger mosquito monitoring (Photo: Swiss TPH)

Tigermücken-Monitoring

Im Auftrag der Kantone Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Luzern, Nidwalden und Solothurn sowie der Stadt Bern führt das Swiss TPH das Monitoring der Asiatischen Tigermücke durch. Dazu entwickelt es angepasste Überwachungsstrategien, identifiziert geeignete Fallenstandorte, installiert spezialisierte Mückenfallen und führt regelmässige Kontrollen durch. Die erhobenen Daten werden laufend ausgewertet und den Behörden zur Verfügung gestellt, damit diese die Bevölkerung möglichst zeitnah informieren und geeignete Präventions- und Bekämpfungsmassnahmen umsetzen können. Neben dem Monitoring von Verbreitung und Häufigkeit der Asiatischen Tigermücke führt das Swiss TPH auch Verhaltensstudien und molekulare Analysen durch. So können Resistenzen gegen eingesetzte und alternative Insektizide in heimischen Populationen frühzeitig erkannt werden. Zudem untersuchen wir eingefangene Mücken auf das Vorhandensein von Krankheitserregern, die in den lokalen Mückenpopulationen zirkulieren könnten.

TIGER 2.0

Das Projekt TIGER 2.0 fördert die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Bürgerinnen und Bürgern, Forschenden sowie Behörden am Oberrhein im Kampf gegen die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke, die Krankheiten wie Dengue- und Chikungunya-Fieber übertragen kann. Mithilfe von Citizen Science, gemeinsamen interaktiven Kartierungen, der Bewertung von Bekämpfungsmethoden sowie koordinierten Massnahmen soll die Belastung der Bevölkerung verringert und das öffentliche Gesundheitsrisiko gesenkt werden. → Erfahren Sie mehr

[Translate to German:] Glove boxes in the insect laboratory at Swiss TPH

INOVEC

INOVEC fördert gemeinsame Forschung und Innovationen zur Verbesserung der Überwachung und Bekämpfung von Aedes-Mücken, die neu auftretende Viren in Europa und darüber hinaus übertragen. Im Zentrum von INOVEC steht ein dynamisches, paneuropäisches Netzwerk aus Partnerinstitutionen, die über Expertise in Mückenforschung, Sozialwissenschaften und Produktentwicklung verfügen. Die multidisziplinäre Zusammenarbeit soll Spitzenforschung fördern, institutionelle Kapazitäten stärken, Karrierechancen verbessern und den Wissens- und Technologietransfer in Ländern unterstützen, die zunehmend von mückenübertragenen Erkrankungen betroffen sind. → Erfahren Sie mehr

[Translate to German:] Old tyres provide an ideal breeding ground for Asian tiger mosquitoes (Photo: Swiss TPH)

Bürgerinitiativen für eine nachhaltige Bekämpfung des Dengue-Fiebers in Subsahara-Afrika

In Subsahara-Afrika gibt es entweder gar keine Programme zur Bekämpfung von Aedes-Mücken oder diese folgen hauptsächlich einem Top-down-Ansatz mit sporadischen Sprühaktionen gegen ausgewachsene Mücken. Diese Massnahmen haben oft nur eine sehr begrenzte, kurzfristige Wirkung und sind ökologisch nicht nachhaltig, da sich Aedes-Mücken in kleinen Wasserbehältern vermehren, die in städtischen Gebieten allgegenwärtig sind. Daher ist es vielversprechender, die Larvenstadien ihrer Entwicklung zu bekämpfen, was jedoch die aktive Unterstützung der betroffenen Bevölkerung erfordert. Das Projekt zielt darauf ab, die lokale Bevölkerung in Abidjan, Côte d’Ivoire, für die nachhaltige Bekämpfung von Aedes-Mücken zu mobilisieren und einzubinden, indem potenzielle Larvenbrutstätten beseitigt und eierlegende Weibchen gefangen werden. → Erfahren Sie mehr

[Translate to German:] A researcher conducting tests in the Swiss TPH insect laboratory (Photo: J. Pelikan, Swiss TPH)

Forschung und Entwicklung von Produkten zum Schutz vor Tigermücken

Das Swiss TPH erforscht und entwickelt neue Methoden zum Schutz vor Mückenstichen sowie zur Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke und prüft deren Wirksamkeit wissenschaftlich. Zu diesem Zweck führt das Swiss TPH neben Feldstudien auch Experimente in hochspezialisierten Einrichtungen mit BSL-2- und BSL-3-Laboren, klimakontrollierten Insektarien sowie Technologien wie 3D-Video-Tracking von Mückenflügen und Olfaktometern zur Analyse von Geruchsreizen durch. Diese spezialisierten Einrichtungen unterstützen sowohl die akademische Forschung als auch Industriepartner bei der Entwicklung und Evaluierung neuer Produkte. → Erfahren Sie mehr

Adamiková L et al. Massnahmenplan: Empfehlungen zur Risikoreduktion von autochthonen Fällen von Dengue, Chikungunya und Zika. Bern: Bundesamt für Gesundheit, 2025

Bredt B.H, Tripet F, Müller P. Revealing complex mosquito behaviour: a review of current automated video tracking systems suitable for tracking mosquitoes in the field. Parasit Vectors. 2025;18:66. DOI: 10.1186/s13071-025-06666-6

Kirrmann T, Smith T.A, Modespacher B, Müller P. Evaluation of VectoMax FG application frequency for the control of Aedes albopictus and Culex species in urban catch basins: evidence from a randomised controlled trial. Parasit Vectors. 2025;18:511. DOI: 10.1186/s13071-025-07169-0

Miranda M.A et al. AIMSurv: first pan-European harmonized surveillance of Aedes invasive mosquito species of relevance for human vector-borne diseases. GigaByte. 2022;2022:gigabyte57. DOI: 10.46471/gigabyte.57

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