Health Policy and Systems Analysis (HPSA)
Übersicht
Gesundheitssysteme sind komplex: Rückkopplungen, Verzögerungen, konkurrierende Anreize und das Zusammenspiel vieler Akteure über Sektoren hinweg prägen ihre Funktionsweise. Trotzdem gehen viele Ansätze der gesundheitspolitischen Analyse davon aus, dass diese Systeme linear, berechenbar und politisch neutral seien.
Dieser Kurs eröffnet Fachpersonen eine andere Perspektive: Systemdenken als analytisches Werkzeug. Es hilft zu verstehen, warum sich Gesundheitssysteme so verhalten, wie sie es tun – wie Machtverhältnisse und sich überlagernde Ungleichheiten darüber entscheiden, wessen Bedürfnisse Beachtung finden und wessen nicht, weshalb gut gemeinte Interventionen oft unerwartete Folgen haben und an welchen Stellen sich am wirkungsvollsten ansetzen lässt.
Auf dieser Grundlage führt der postgraduale Kurs in zentrale Konzepte von Gesundheitssystemen und Gesundheitspolitik ein. Die Teilnehmenden erhalten das Rüstzeug, um zu hinterfragen, wie Systeme gestaltet sind – und für wen. Kernthemen wie Finanzierung, Governance und Programmevaluation werden aus systemischer Sicht beleuchtet, mit besonderem Fokus auf gesundheitliche Chancengleichheit und die politische Ökonomie von Gesundheitssystemen. Dabei stützt sich der Kurs bewusst auf unterschiedliche erkenntnistheoretische Traditionen – denn was wir in einem System sehen und was uns entgeht, hängt immer auch von unserem Standpunkt ab.
Unterrichtet wird von einem internationalen, interdisziplinären Team, das vielfältige Erfahrungen und fachliche Sichtweisen direkt in den Unterricht einbringt. Auch die Teilnehmenden selbst kommen aus ganz unterschiedlichen beruflichen Kontexten – ihr Wissen bereichert die Diskussionen und vertieft das gemeinsame Verständnis von Gesundheitssystemen.
Aufbau
Der Health Policy and Systems Analysis Kurs ist einer unserer Management-Kurse, die Sie als alleinstehende Short Courses oder als Teil des MBA in International Health Management besuchen können.
Der Kurs besteht aus drei Phasen und kombiniert die Vorteile des asynchronen und synchronen Lernens durch Blended und Hybrid Learning.
Phase 1: Vorbereitung
In der Vorbereitungsphase machen Sie sich mit dem Kursthema vertraut, indem Sie, angeleitet durch die Dozierenden, erste Unterlagen studieren und Aufgaben bearbeiten.
→ Distanzbasiertes Selbststudium und eine einführende Online-Sitzung
→ 4 Wochen in Teilzeit
→ ca. 60 Stunden studentischer Arbeitsaufwand
Phase 2: Hybride Präsenzwoche
Während der hybriden Präsenzwoche nehmen die Teilnehmenden während fünf Tagen an intensiven Diskussionen, Reflexionsübungen, Fallstudien, Gruppenarbeiten, Onlinetests und Präsentationen teil, entweder vor Ort am Hauptsitz des Swiss TPH in Allschwil, Schweiz, oder online. Eine aktive Teilnahme (online oder vor Ort) während der gesamten Woche wird erwartet.
→ Vor Ort in Allschwil oder online
→ 5 Tage Vollzeit
→ ca. 40 Stunden studentischer Arbeitsaufwand
In der Regel findet die Präsenzwoche von zwei verschiedenen Kursen direkt nacheinander statt, so dass Teilnehmende aus dem Ausland mit einer Anreise zwei Kurse besuchen können. Bitte beachten Sie, dass einige Präsenzwochen aufgrund Ihres hohen Masses an sozialer Interaktion nur vor Ort stattfinden.
Phase 3: Abschlussarbeit
In der Nachbereitungsphase festigen die Teilnehmenden mit Unterstützung der Kursleitung ihre Lernergebnisse mit einem Leistungsnachweis, z.B. in Form eines Essays, einer Projektskizze, einer Präsentation oder eines Onlinetests.
→ Fernstudium und weitgehend selbstgesteuertes Lernen
→ 8 Wochen in Teilzeit
→ ca. 80 Stunden studentischer Arbeitsaufwand
Lernziele des Kurses
Am Ende des Kurses verstehen die Teilnehmenden Gesundheitssysteme als dynamische Gebilde, die durch Rückkopplungen geprägt sind. Sie können erkennen, wie einzelne Teile zusammenwirken, wo Verzögerungen entstehen und warum Ursache und Wirkung in Systemen oft nicht proportional sind. Mit den Werkzeugen des Systemdenkens lassen sich politische Fragestellungen klarer fassen und Interventionen fundiert bewerten.
Die Teilnehmenden lernen zu analysieren, wie Macht, sich überlagernde Ungleichheiten und politische Ökonomie die Leistungsfähigkeit von Gesundheitssystemen und die Chancengleichheit prägen. Ebenso können sie Forschung zu Gesundheitssystemen kritisch einordnen und einschätzen, wie diese in der Gesundheitspolitik und für globale Gesundheitsziele genutzt werden kann. Sie verlassen den Kurs mit konkreten Werkzeugen und einer analytischen Sprache, die sie direkt in ihrer Arbeit einsetzen können – ob in der Politikgestaltung, Programmplanung, Organisationsstrategie, Forschung oder Advocacy.
Evaluation
Die Teilnehmenden werden anhand von schriftlichen Arbeiten und Präsentationen in den verschiedenen Phasen des Kurses bewertet.
Für wen ist dieser Kurs geeignet?
Dieser Kurs richtet sich an Fachpersonen aus Public Health oder mit Bezug zu Gesundheitssystemen, die ihre analytischen Fähigkeiten gezielt erweitern möchten: um Systemverhalten besser zu verstehen, die Auswirkungen politischer Entscheidungen vorauszudenken und wirksamere sowie gerechtere Interventionen zu gestalten.
Vorkenntnisse im Systemdenken sind nicht erforderlich. Der Kurs beginnt bei den Grundlagen und baut auf den praktischen Erfahrungen auf, die die Teilnehmenden aus ihrem beruflichen Alltag mitbringen.
Die Teilnehmenden kommen aus unterschiedlichen Bereichen, darunter:
- Politische Entscheidungsträger:innen sowie Mitarbeitende von Gesundheitsministerien
- Fachpersonen internationaler Organisationen und multilateraler Organisationen
- Vertreter:innen aus Zivilgesellschaft und Advocacy
- Fachpersonen aus dem Privatsektor, etwa aus der Pharma- oder Gesundheitstechnologiebranche
- Programmverantwortliche und Projektleitende
- Forschende und Lehrende
Willkommen sind ebenso Fachpersonen aus angrenzenden Bereichen wie Stadtplanung, Umwelt, Bildung oder Sozialpolitik, deren Arbeit Berührungspunkte mit Gesundheit hat.
Bewerbungsverfahren und Zulassungsbedingungen
Um sich für einen unserer Kurse einzuschreiben, benötigen Sie einen Bachelor-Abschluss und mindestens zwei Jahre relevante Berufserfahrung sowie eine Leidenschaft für globale und öffentliche Gesundheit. Da alle Management-Kurse auf Englisch unterrichtet werden, sind gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift erforderlich.
Um sich für den Health Policy and Systems Analysis Kurs anzumelden, füllen Sie bitte das Bewerbungsformular aus und überweisen Sie die Einschreibegebühr von CHF 100 (via Kreditkarte) über diesen Link. Ihre Bewerbung wird erst nach Eingang der Einschreibegebühr bearbeitet. Die Einschreibegebühr wird nicht zurückerstattet und der Kursgebühr angerechnet.
Um am Kurs teilnehmen zu können, muss die Kursgebühr vor Kursbeginn bezahlt werden.
Kosten
Kursgebühr: CHF 3’450 (inkl. Einschreibegebühr)
Ermässigte Kursgebühr für Studierende des MBA IHM*: CHF 2’950
*Die Ermässigung gilt ebenfalls für tropEd-Studierende und Studierende, die in einem postgradualen Master- oder PhD-Programm von SSPH+ eingeschrieben sind.
Die Kursgebühr muss eine Woche vor Beginn der Vorbereitungsphase beglichen werden. Die Kursgebühr deckt keine Versicherungs-, Reise- oder persönlichen Lebenshaltungskosten während Ihres Aufenthalts in Basel.
Bitte beachten Sie, dass bei einer Stornierung nach Beginn der Vorbereitungsphase (Phase 1) eine Stornogebühr von CHF 500 anfällt. Bei Stornierungen, die weniger als zwei Tage vor Beginn der hybriden Präsenzwoche (Phase 2) eingehen, wird die volle Kursgebühr in Rechnung gestellt.
Bei Nichterscheinen wird keine Rückerstattung gewährt.
Das Swiss TPH und die Universität Basel bieten keine Stipendien für Management-Kurse an.
Haftungsausschluss: Bei ungenügender Teilnehmendenzahl kann der Kurs bis zu 4 Wochen vor Kursbeginn abgesagt werden. Das Swiss TPH ist nicht verantwortlich für Kosten im Zusammenhang mit Flugbuchungen usw.